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Letzte Änderung:
11.07.2018, 09:54
 
 
 

Was ist das?

Legasthenie wird dann bescheinigt, wenn das Leistungsniveau beim Schreiben und Lesen im Vergleich zu anderen Fächern deutlich niedriger ist und eine durchschnittliche Intelligenz vorliegt. Diese Störung ist massiv und lang andauernd. Etwa 4% der Schüler sind in Deutschland von  Legasthenie betroffen.


Die Lese- und Rechtschreibfehler sind nicht nur typisch für Kinder mit Legasthenie, sondern alle Kinder, die das Lesen und Schreiben erlernen, durchlaufen diese Fehler in verschieden starkem Ausmaß. Während bei den meisten Kindern die Probleme jedoch sehr rasch abnehmen und schließlich weitgehend verschwinden, machen Kinder mit Legasthenie die Fehler wesentlich häufiger und die Probleme bleiben über lange Zeit stabil.
 

Ursachen

Die Ursachen einer Lese-Rechtschreibschwäche sind vielfältig und oft die Summe mehrerer Beeinträchtigungen.

  • genetische Dispositionen
  • verzögerte oder gestörte Sprachentwicklung, vor allem im Bereich der phonologischen Bewusstheit
  • Beeinträchtigungen in der auditiven und visuellen Wahrnehmung
  • Beeinträchtigungen der Grob- und Feinmotorik
  • Beeinträchtigungen des taktil-kinästhetischen-vestibulären Systems
  • Probleme mit der Aufmerksamkeit

Kommen dann noch

  • schwierige familiäre Probleme,
  • hohe Leistungserwartungen der Eltern und Lehrer,
  • sozioökonomische und soziokulturelle Schwierigkeiten,
  • ein gestörtes Selbstwertgefühl oder
  • eine unangepasste, unflexible Didaktik bzw. Schulsituation dazu,

kann der Teufelskreis der Entwicklungs- und Lernstörungen seinen Anfang finden.  

Verwendete Literatur: vgl. Reuter-Liehr: Lautgetreue Lese-Rechtschreibförderung Bd. 1, S. 25f / Klein, J.: Integrative Lerntherapie, Therapiekonzeption. S. 10ff)

Häufige Fehler

  • Niedrige Lesegeschwindigkeit, häufiges Stocken, Verlieren der Zeile im Text
  • Auslassen, Vertauschen oder Hinzufügen von Wörtern, Silben oder einzelnen Buchstaben
  • Das Gelesene kann zum Teil nur unzureichend wiedergegeben bzw. interpretiert werden.
  • Hohe Fehlerzahlen bei ungeübten Diktaten aber auch abgeschriebenen Texten.
  • Wörter werden teilweise fragmenthaft, im selben Text häufig auch mehrfach unterschiedlich falsch geschrieben.
  • Auffallend viele Grammatik- und Interpunktionsfehler
  • Im Gespräch wird deutlich, dass das Kind keine Strategien anwendet oder kennt, sondern nach „Gefühl“ schreibt
  • Unleserliche Handschrift 

 

verwendete Literatur: www.bvl-legasthenie.de/legasthenie

 

Verwendete Literatur: vgl. www.bvl-legasthenie.de/legasthenie
 

Mögliche Folgen

  • Leistungsdefizite machen sich auch in anderen Fächern bemerkbar.
  • Es wird viel geübt, aber das Kind macht nur geringe oder kaum Fortschritte.
  • Die Belastungen können Auslöser für psychische Auffälligkeiten sein, wie gestörtes Selbstwertgefühl, gestörtes Sozialverhalten, Misserfolgsorientierung.
  • Die Erziehung und Beziehung zwischen dem Kind und den Eltern/Familie wird erschwert.
  • Soziale Stigmatisierungen durch Unverständnis der Belastungen können dazu beitragen, sich „dumm zu fühlen“ und „als Versager zu fühlen“.
  • Langfristig gesehen kann eine unbehandelte Legasthenie zum Schulabbruch, Analphabetismus beitragen. 

 

Verwendete Literatur: vgl. Klein, J.: Integrative Lerntherapie. Therapiekonzeption. S. 10ff
 

  

 

 

 
 

 

Integrative lerntherapeutische Praxis Weltenwechsel - Sarah Benninger